31. Mai 2015
Unterstützung der ver.di-Aufwertungskampagne für Sozial- und Erziehungsberufe

Peter Ridder-Wilkens-gr

Peter Ridder-Wilkens, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Ratsfraktion, stellte auf der Ratssitzung am 28. Mai den Antrag der LINKEN zur Unterstützung der ver.di-Aufwertungskampagne der MitarbeiterInnen in Sozial- und Erziehungsberufen vor.

 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

 


Meine Damen und Herren, Herr Oberbürgermeister,

ganz herzlich möchte ich auch die Gäste, die Eltern und insbesondere die streikenden Erzieherinnen und Erzieher begrüßen. Ich finde es toll, dass Ihr heute hier seid. Das Ihr für Eure Interessen streikt. Das ist gelebte Demokratie. Das sollte uns einen Applaus wert sein.


Meine Damen und Herren,


vorletztes Wochenende haben wir den Aufstieg von Arminia Bielefeld gefeiert. Und wir haben uns mit Stimme und Herz für den Aufstieg des Vereins eingesetzt. Heute sollten unsere Herzen für den Streik der Erzieherinnen schlagen. Unsere Stimmen sollten sich für den Aufstieg der Erzieherinnen und Sozialarbeiter in ein anderes Tarifsystem erheben und sie in ihrem Kampf unterstützen.

 

Ihre Arbeit mit den Kindern ist erstligareif. Bezahlt werden sie aber wie Amateure.

 

Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen leisten heute schwere, anspruchsvolle Arbeit mit Kindern. Sie fördern die frühkindliche Erziehung. Sie leisten kompensatorische Erziehung für Kinder aus armen und schwierigen Familienverhältnissen. Sie erfüllen den Bildungsauftrag in den Kindergärten und Kitas.

 

Soziale Anerkennung, schöne Worte und Sonntagsreden über ihre tolle Arbeit, das reicht den Erzieherinnen nicht mehr. Sie wollen mehr Geld in der Tasche haben. Und diese Forderung ist berechtigt.

 

Dafür streiken sie seit über 2 Wochen und die kommunalen Arbeitgeber haben der Gewerkschaft ver.di noch nicht einmal ein angemessenes Angebot vorgelegt.
Ich denke darin sind wir uns alle einig. Erzieherinnen und Sozialarbeiter müssen besser bezahlt werden.

 

Wir, DIE LINKE, sind solidarisch mit den Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen und unterstützen den Streik uneingeschränkt.

 

Der Streik der ErzieherInnen hat aber auch eine politische Dimension und damit symbolische Bedeutung.

 

Erstens: Er zielt auf eine bessere Bezahlung von Frauen in der Gesellschaft. Frauen, die zumeist in helfenden, pflegerischen und sozialen Berufen tätig sind, werden seit Jahrzehnten schlechter bezahlt als Männer und als andere Berufsgruppen. Damit muss Schluss sein!

 

Zweitens: Der Streik richtet sich auch:
- gegen die Unterfinanzierung der Kommunen und Städte,
- gegen die ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilung in der Gesellschaft.

 

Jede Woche lesen wir in der Zeitung, dass in Deutschland die Einkommensschere größer geworden ist.Das die Vermögen in Deutschland besonders schnell gewachsen und enorm angestiegen sind.

 

Dafür sind alle im Rat vertretenden Bundestagsparteien verantwortlich. Mit Ausnahme unserer Partei, der LINKEN.

 

Diese Politik ist an ihre Grenzen gekommen. Ändern Sie ihre Politik. Beteiligen Sie endlich die Reichen und Vermögenden an den gesellschaftlichen Aufgaben durch höhere Steuern.

 

Oder wollen Sie, dass die Reichen weiter auf den Finanzmärkten spekulieren, bis zum nächsten Banken-Crash, den wir bezahlen müssen.

 

Das Geld der Reichen und Vermögenden fehlt den Kommunen, den Erzieherinnen und den Menschen in der Stadt.

 

Ich möchte noch ein Wort an die Eltern richten. Sie tragen die Last des Streiks. Seien Sie weiterhin solidarisch mit den Erzieherinnen. Auch wenn es für Sie schwer ist. Der Kampf der Erzieherinnen geht uns alle an und ihr Erfolg ist ein Erfolg für uns alle.

 

Herr Oberbürgermeister, Sie sind jetzt ein Jahr im Amt.

 

Ergebnis:

In der letzten Ratssitzung sind mit Ihrer Stimme die Kita-Gebühren erhöht worden.
Heute weigern Sie sich, den Eltern die Kita-Beiträge zurückzuzahlen, obwohl die Stadt keine Leistungen erbringt und die Gehälter der Beschäftigten spart. Das ist unfair und für die Eltern nicht nachvollziehbar. Andere Städte, wie Köln, Düsseldorf, München und Dortmund gehen andere Wege. Sie zahlen den Eltern die Beiträge freiwillig zurück.
Ich glaube, dass werden die Wähler nicht so schnell vergessen.

 

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

 

wir haben heute einen umfassenden Antrag im Rat eingebracht, um die Forderungen der ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen zu unterstützen.

Zwei Punkte sind uns besonders wichtig:

Wir fordern den Oberbürgermeister, Herrn Clausen, in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des kommunalen Arbeitgeberverbandes auf, sich für Verhandlungen mit den Gewerkschaften einzusetzen und auf einen Verhandlungsabschluss im Sinne der ErzieherInnen hinzuwirken.

 

Wir fordern, dass die Eltern ihre Kita-Beiträge und das Essensgeld von der Stadt Bielefeld erstattet bekommen für die Zeit, in der streikbedingt die Kindertages-einrichtungen geschlossen sind.

 

Der komplette Antrag ist Ihnen bekannt und liegt Ihnen vor. Nun haben die Kolleginnen und Kollegen von Paprika noch schnell einen eigenen Antrag geschrieben. Vieles haben Sie von uns übernommen, aber die Erstattung der Kitabeiträge sieht ihr Antrag nicht vor.
Von daher fordere ich sie auf:

 

Schließen Sie sich unserem Antrag an. Es sollten jetzt schnell Verhandlungen zwischen den Tarifparteien aufgenommen werden.

Weitersagen

Termine

NOEVENTS

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Kontakt


DIE LINKE. Ratsfraktion Bielefeld
Niederwall 25
33602 Bielefeld

Telefon: 0521-515080
die.linke@bielefeld.de