10. November 2011
Sportförderung nur gemeinsam mit den Sportvereinen und nicht gegen sie!
r04_onur ocak 02Rede von Onur Ocak im Rat am 10.11.2011 zum Antrag:
„Beleuchtete Laufstrecke um den Obersee“

Meine Damen und Herren,

das Thema Sportpauschale und die Beleuchtung der Laufstrecke um den Obersee haben in den letzten Tagen und Wochen die Gemüter in der Stadt erregt. Und das zu Recht.

Es gab bisher noch nie eine so späte Auszahlung an Zuschüssen. Monatelang mussten die Vereine darauf warten. Als wenn das nicht genug wäre, haben sie sich noch zusätzlich über die Empfehlung der Sportstätten-Prüfungskommission hinweggesetzt. Sie beschlossen keine Dächer mehr zu sanieren und de facto auf den Bau einer Kinderturnhalle zu verzichten.

Oder einfach ausgedrückt:
Sie haben die Vereine in den letzten Monaten an der Hecke langgezogen!

Statt einer Kinderturnhalle wollen sie scheinbar eine beleuchtete Laufstrecke. Sie begründen ihre Entscheidung damit, dass man auch den unorganisierten Sport fördern müsse. Meine Damen und Herren, wir sind doch nicht gegen eine Förderung des unorganisierten Sports! Wir sind aber dagegen, dass dies auf Kosten der Vereine geschieht!

Ich frage Sie:
Ist es der unorganisierte Individualsport oder die Vereinsarbeit, die tagtäglich eine zentrale integrative Funktion in unserer Stadt erfüllt?

Ich frage Sie:
Ist es der unorganisierte Individualsport oder die Vereinarbeit, die tagtäglich flächendeckend Jugend- und Sozialarbeit in unserer Stadt leistet?

Ich frage Sie:
Ist es der unorganisierte Individualsport oder die Vereinsarbeit, der ganze Stadtbezirke belebt und zusammenhält?

Das alles scheint für Sie keine Rolle zu spielen!

Diese Herkulesaufgabe wird tagtäglich von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Vereine bewältigt, die Wertschätzung und Anerkennung verdient hätten.
Stattdessen aber wollen sie künftig den Vereinszuschuss verringern!

Und warum?
Scheinbar nur um ihre prestigesträchtige Laufstrecke aus dem Koalitionsvertrag und Wahlprogramm zu finanzieren!

Das, meine Damen und Herren ist grüne Klientelpolitik!

Wie dem auch sei, wenn man sich jedoch entschlossen hat, unorganisierten Individualsport zu fördern, dann müssen diese Maßnahmen auch geeignet, erforderlich und vor allen Dingen angemessen sein.

Keines dieser Kriterien erfüllt ihre beleuchtete Laufstrecke!

Wie kommen sie eigentlich darauf, dass es Sportförderung sei, wenn sie Laternen um einen See aufstellen?

Die Frage, ob ich ein Gebiet ausleuchte oder nicht, ist eine Frage der allgemeinen Stadtentwicklung und keine der Sportförderung! Sportförderung heißt, dass die Gruppe der Sportler mehr als jede andere Gruppe von einer Maßnahme profitiert. Wenn sie die Wege am See beleuchten, profitieren davon die Läufer, aber auch gleichermaßen alle anderen die den Weg nutzen! Das ist keine Sportförderung.

Nach dieser Logik müsste die Grünflächenpflege oder die Sanierung von Straßen und Wegen auch Sportförderung sein und ebenfalls aus der Sportförderpauschale bezahlt werden!
Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Das was sie als Sportförderung ausgeben ist eine allgemeine städtische Aufgabe, die in erster Linie nichts mit Sport zutun hat.

Meine Damen und Herren, hier zeigt sich, auf welche abstrusen Begründungen man angewiesen ist, wenn man Sportförderung als Spendentopf für koalitionsinterne Eigeninteressen nutzen möchte.

Weiterhin stellt sich für mich die Frage, in welchem Zusammenhang die zusätzliche Beleuchtung zur HSK-Maßnahme steht, 100.000 Euro durch Einsparungen im Energieverbrauch bei der Straßen-beleuchtung einzusparen?

Liebe Grünen! Sie spielen sich doch immer wieder gerne als Obersparmeister auf und sind stets die Ersten, die staatsmännisch die Alternativlosigkeit von übelsten Kahlschlagkürzungen beteuern und verteidigen.
Was ihre eigenen Projekte angeht, scheinen sie da nicht so streng zu sein. Das ist unerhört. Meine Damen und Herren, die Arroganz der Macht läßt grüßen!

Und wo ist eigentlich ihr grünes ökologisches Gewissen geblieben?
Die Folgen für Fauna und Flora scheinen Ihnen egal zu sein.
Die Tiere am Obersee werden sich für die Störung ihrer Nachtruhe bedanken!

Und wie wollen sie eigentlich den Bürgern vermitteln, dass ihre Sportplätze von nebenan im Rahmen des HSK geschlossen werden, während gleichzeitig für eine kleine Minderheit eine 3 km lange beleuchtete Laufstrecke entsteht!

Das können sie doch niemanden verkaufen!
Sie wollen auf Teufel komm raus ihr Leuchtturmprojekt durchboxen. Das ist Klientelpolitik vom Feinsten.

Deshalb lehnen wir eine beleuchtete Laufstrecke aus Mitteln der Sportpauschale weiterhin ab! Es ist keine sachgerechte Sport-förderung, wenn man organisierten Sport gegen unorganisierten Sport ausspielt.

Deshalb gilt für DIE LINKE:
Sportförderung nur gemeinsam mit den Sportvereinen und nicht gegen sie!
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