19. August 2012
Haltepunkt Bielefeld Senne 8 Monate in Betrieb

wk32 christian varchminvon Christian Varchmin

Große Erwartungen hatten die Politiker bei der Inbetriebnahme des Haltepunktes „Bielefeld-Senne" der Sennebahn, die Senne sei nun sehr gut angeschlossen, der Hauptbahnhof in 12 Minuten erreichbar, so der damalige Bürgermeister Horst Grube in seiner Rede.

Frau Sy von VVOWL ( Verkehrsverbund Ostwestfalen Lippe) prognostizierte bis zu 500 Fahrgästen täglich, Kay Schulte von NWL ( Nahverkehr Westfalen Lippe) war da schon vorsichtiger und beließ es vor wenigen Monaten in einem Interview mit der „Senner Ortszeit" bei „250 bis 350", da wäre schon ein echter Erfolg, so Schulte.

Nach meiner Anfrage in der Bezirksvertretung Senne im Mai war von dem Bezirksamtsleiter Grabe zu erfahren, dass eine Fahrgastzählung nicht Sache der Stadt Bielefeld sei, NWL aber im Februar 2012 eine Zählung durchgeführt habe und so etwa 200 Fahrgäste den neuen Haltepunkt am Zähltag benutzt hätten. Am Jahresende würden Zahlen vorliegen, so Grabe.

Immerhin wurden 850.000€ verbaut, da interessiert es schon, ob diese Investition gerechtfertigt war.

So blieb mir nichts weiter übrig als selbst eine Zählung durchzuführen, diese erfolgte am 9. August, es waren von 6.30 Uhr bis 19.00 Uhr gerade mal 183 Fahrgäste.

Die Züge Richtung Paderborn, Richtung Bielefeld treffen zeitversetzt um 15 Minuten je Stunde ein, dann herrscht für 45 Minuten  gähnende Leere am Haltepunkt.

Nun gut, es ist Urlaubszeit, mögen es an die 220 Fahrgäste  bis 23.00 gewesen sein, diese
Fahrgastzahlen sind ernüchternd und bleiben deutlich hinter den prognostizierten Zahlen von VVOWL und NWL zurück liegen zudem wenig über denen des geschlossenen Haltepunktes

„Brackwede - Süd", hier hieß es seinerzeit von Frau Sy, dieser Bereich lasse keine nennenswerte
Fahrgasterhöhungen zu. Erhöhtes Fahrgastaufkommen ist am Brackweder Bahnhof festzustellen, kann sein, dass die Fahrgäste aus Brackwede nicht wie von Kay Schulte gewünscht, zum Haltepunkt Senne gehen, sondern vielmehr das breitere Angebot des Brackweder Bahnhofs nutzen. Mit dem Auto oder Fahrrad müssen sie ohnehin fahren, also dann doch gleich zur besseren Anbindung in Brackwede. Da zeichnet sich inzwischen ein Parkproblem für Pkw, ebenso ein Mangel an sicheren Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder ab.

Auf diese Entwicklung hatte Brigitte Varchmin in der Bezirksvertretung Brackwede mehrfach
hingewiesen.

Interessant auch das Verhalten der übergeordneten politischen Gremien:

Ist man sich in der Bezirksvertretung Brackwede parteiübergreifend einig (Ausnahme die Grünen), die Wiedereröffnung einzufordern, erfolgt in den Ausschüssen die Ernüchterung:

Alle Parteien CDU, SPD, FDP, Grünen, BfB haben gegen die Wiedereröffnung des Haltepunktes im Stadtentwicklungsausschuss gestimmt, also gegen ihre eigenen Leute in der BZV, die man nun wie begossene Pudel stehen lässt. Für die Grünen besonders bezeichnend, die doch immer lauthals den öffentlichen Nahverkehr und dessen Ausbau fordern.

Einzig die Linke hat sich immer wieder für die Wiedereröffnung eingesetzt und wird es auch weiter tun.

Fahrgastzahlen kann Herr Schulte wohl kaum noch als Sachargument heranziehen, die Brackweder und Senner Bürger wollen die Wiedereröffnung des Haltepunktes.

Christian Varchmin,
Vertreter für die Linke in der BzB Senne.

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