25. Februar 2018
Gesamtschule Schildesche

Abriss – Neubau? Sanierung?
Welche Perspektiven hat die Gesamtschule Schildesche?

Gesamtschule-Prof. ParadeAm 20. Februar 2018 diskutierten über 60 Teilnehmer*innen mit Prof. Christoph Parade, dem Architekten der Martin-Niemöller-Gesamtschule, über die Zukunft des Gebäudes. Eingeladen hatte die Ratsfraktion DIE LINKE in die kleinen Mensa der Schule.

Es kamen ehemalige Schüler*innen und Lehrer*innen, aktuelle Schülersprecher*innen und Lehrer*innen, Stellvertreter der Bezirksvertretung Schildesche, Ratsmitglieder, Mitglieder des Beirats für Stadtgestaltung und des Stadtentwicklungsausschusses und viele Interessierte aus Schildesche.

Gesamtschule-VeranstaltungDas gut 40 Jahre alte Gebäude, das vor einem Jahr als Denkmal eingestuft wurde, ist dringend sanierungbedürftig. Ginge es nach der Verwaltung würde es einfach abgerissen und durch einen Neubau auf kleinerem Gelände an der Westerfeldstraße ersetzt.

Die Linke möchte jedoch Alternativen diskutieren, auch über die Architektur und die Sanierungsmöglichkeiten des Gebäudes. So sprach Barbara Schmidt, Fraktionsvorsitzende der LINKEN über den Umgang der Stadt mit denkmalgeschützten Gebäuden und Bernd Vollmer, Mitglied des Stadtentwicklungsausschusses über den geplanten Neubau und den sich daraus ergebenen Fragen.


Gesamtschule-Bernd AdolphEingangs erläuterte Bernd Adolph, ehemaliger Lehrer der Martin-Niemöller-Gesamtschule und Moderator der Veranstaltung, die Notwendigkeit dieser Veranstaltung zu diesem Zeitpunkt. Im September hatte 2016 der Rat einen „Neubau der Gesamtschule-Schildesche in unmittelbarer Nähe", konkret an der Westerfeldstraße/Ecke Apfelstraße beschlossen. Inzwischen wird immer klarer, dass diese Entscheidung unrealistisch ist. So entschied die Bezirksvertretung Schildesche auf ihrer Sitzung am 18. Januar 2018 einstimmig, dass auch die Realisierung des Neubaus am alten Standort geprüft werden soll. „Sehr viele Fragen sind offen und können hier nicht beantwortet werden. Wir können aber einen Beitrag dazu leisten, dass mehr Transparenz und Offenheit zur Zukunft der Gesamtschule Schildesche geschaffen wird", äußert Bernd Adolph. „Ob Neubau oder Sanierung, wir wollen dazu beitragen, den alten Standort für die Martin-Niemöller-Gesamtschule zu bewahren."

Für Prof. Christoph Parade stellt sich die Frage nach Neubau oder Sanierung nicht. Er lehnt den Abriss der Schule ab und ist fassungslos über die Aussage der Verwaltung, dass „ein 40jähriges Gebäude nicht saniert werden kann, sondern abgerissen werden muss". In seinem Vortrag ging Prof. Parade auf sein ursprüngliches Konzept für die Schule ein. „Die Schule sollte nicht nur Schule sein, sondern auch ein Freizeitpark." Die wichtigsten Punkte in der Gestaltung waren „viele Grünflächen, viel Licht und die Großzügigkeit", berichtet Prof. Parade weiter. Und auch die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung waren wichtig: Schach, Theaterhof, Tischtennis, Japanischer Garten.

Barbara Schmidt ging auf das Thema Denkmalschutz ein. Die Martin-Niemöller-Gesamtschule wurde vom Amt für Denkmalpflege als Denkmal eingestuft. Der Baudezernent beantragte daraufhin beim eigenen Amt den Abriss, der auch genehmigt wurde. Barbara Schmidt dazu: „Es ist unverantwortlich wie die Stadt Bielefeld mit Denkmal würdigen Gebäuden umgeht. Es gab keine offene Debatte dazu." Sie betont weiter, dass „auch an Denkmal geschützen Gebäuden wie der Gesamtschule Schildesche Änderungen durchgeführt werden dürfen, wenn die Nutzung es verlangt."

Der geplante Neubau der Gesamtschule am Standort Westerfeldstraße/Ecke Apfelstraße stößt auch bei Bernd Vollmer auf Kritik. „Inzwischen wird immer deutlicher, dass das aus vielen Gründen kaum realistisch ist: so ist das Gelände zu klein, die Wege zur Straßenbahn und den Turnhallen zu gefährlich und zu lang." Er fasst die Positionen der LINKEN so zusammen: „Die Schule muss am alten Standort verbleiben und sie muss zu jedem Zeitpunkt als Schule funktionieren. DIE LINKE spricht sich für eine gerade im Inneren attraktiv gestaltete Schule aus – Schüler und Lehrer müssen die Schule als ihre Schule erleben und sich wohl fühlen."

Diese Aspekte wurden sowohl von ehemaligen Schüler*innen als auch von Lehrer*innen geteilt. So betonte ein ehemaliger Schüler der Gesamtschule, dass „nicht die Großzügigkeit und die Offenheit ein Problem waren. Die soziale Kontrolle war immer da. Das Problem ist, dass die Lehrer überfordert sind. Es gibt einfach zu wenig Lehrer*innen."

Die Mehrheit der Anwesenden war dagegen, dass die Schule an anderer Stelle neu gebaut wird. „Es müsse eine neutrale Bewertung gemacht werden", regt ein Teilnehmer an. „Die Frage nach Neubau oder Sanierung könne hier nicht geklärt werden", äußert ein Teilnehmer. Weiter wurde kritisiert, dass „Informationen fehlen, um sachgerecht entscheiden zu können. Deswegen brauchen wir ein unabhängiges Gutachten."

Diese Veranstaltung sollte mehr Transparenz und Offenheit in die wichtige Debatte um die Zukunft der Schule bringen. Dieses Ziel hat sie - auch nach dem Eindruck vieler Besucher*innen - erreicht. Jetzt muss es aber weitergehen, damit die älteste Gesamtschule der Stadt auch eine gute Zukunft bekommt.

Gülcan Turan/ Barbara Schmidt

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