Die Linke kritisiert KiBiz Reform: Weniger Qualität, mehr Belastung, keine Perspektive
Die Landesregierung plant zum 01.08.2027 eine Änderung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Das bedeutet praktisch:
Kitas sollen mit weniger qualifiziertem Personal und niedrigeren Qualitätsstandards auskommen. Durch ein geplantes Kern- und Randzeitenmodell kann die Anwesenheit qualifizierter Kräfte von 8 auf 5 Stunden pro Tag reduziert werden. Eltern müssen mit mehr Ausfällen und weniger verlässlicher Betreuung rechnen. Beschäftigte werden noch stärker belastet, obwohl sie jetzt schon am Limit sind. Kommunen und freie Träger bekommen keine stabile Finanzierung, die Probleme bleiben.
Während Kitas seit Jahren unter massivem Personalmangel, Überlastung und Unterfinanzierung leiden, legt das Land ein Gesetz vor, das an den Problemen vorbeigeht. Statt Qualität zu sichern, werden Standards abgesenkt, pädagogische Arbeit auf Kernzeiten reduziert und der Einsatz fachfremden Personals ausgeweitet. Das ist ein Abbau frühkindlicher Bildung und eine massive Belastung für das Personal.
Die strukturellen Probleme bleiben ungelöst: Die Finanzierung ist weiterhin unzureichend, die Kommunen werden nicht ausreichend entlastet, echte Verbesserungen bleiben aus. Die Folgen tragen die Beschäftigten, die längst an der Belastungsgrenze arbeiten, die Träger, die mit steigenden Kosten allein gelassen werden, die Eltern, die Ausfälle kompensieren müssen und um die Bildungsqualität der Kinder besorgt sind. Nicht zuletzt leiden die Kinder, die nicht bedarfsgerecht gefördert werden können.
Protest gegen diese Reform zeigte sich auch vor Beginn der vergangenen Sitzung des JHA (Jugendhilfeausschuss), wo Kolleg*innen von ver.di deutlich machten, worum es geht: Frühkindliche Bildung braucht stabile Strukturen, gute Arbeitsbedingungen und eine Finanzierung, die den Bedarf wirklich deckt.
Die Landesregierung hat die Chance auf eine fortschrittliche Reform verpasst. Was uns jetzt vorliegt, verschärft die Krise.
Für uns Linke bleibt zudem Kernanliegen: Kitas müssen perspektivisch beitragsfrei werden, es darf nicht an Qualität und Personal gespart werden. Bielefeld ist auf gut ausgebildete Menschen angewiesen und Chancenungleichheit muss bereits im frühen Kindesalter abgebaut werden. Wer heute an der frühkindlichen Bildung spart, zahlt morgen doppelt.

