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Heute ist der Tag der Wohnungslosen

Die Zahlen aus Bielefeld zeigen eine dramatische Entwicklung: Innerhalb von drei Jahren stieg die Zahl der Menschen in Übergangsunterkünften von 487 auf 628 – darunter 334 Familienangehörige und 141 Kinder (Zahlen aus 2025). Zusätzlich schätzt die Verwaltung rund 40 Menschen, die vollständig ohne Unterkunft leben.

Die Dunkelziffer ist weit höher, denn viele Menschen werden nicht registriert, kommen bei Freund*innen unter oder meiden aus Scham die Hilfen.

In Bielefeld fehlen seit Jahren strukturell etwa 4.000 Wohnungen. Die Mieten steigen parallel immer weiter, ebenso die Anzahl wohnungs- und obdachloser Menschen.

Die Stadt Bielefeld verfügt zwar über ein breites Hilfenetz, doch die Grenzen sind offensichtlich. Psychisch erkrankte und suchtkranke Menschen fallen oft durchs Raster, soziale Dienste sind überlastet und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum verhindert den Ausstieg aus der Wohnungslosigkeit. Diese strukturellen Ursachen sind bundesweit sichtbar: Mieten haben sich vielerorts verdoppelt, es fehlen Millionen Sozialwohnungen, während fast zwei Millionen Wohnungen leer stehen – oft aus Spekulationsgründen! 

Wir brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum!

Auch in Bielefeld zeigt sich, wie falsche Prioritäten soziale Probleme verstärken: Die ehemaligen Kasernenflächen Rochdale und Catterick sollen möglicherweise der Bundeswehr übergeben werden, obwohl dort dringend benötigter sozialer Wohnraum entstehen könnte. Als Ratsfraktion Die Linke haben wir bereits mehrfach gefordert, dass die Stadt sich intensiv darum bemüht, die bereits verhandelte Rückgabe der ehemaligen Kasernenflächen umzusetzen. 

Zudem stellten wir einen Antrag im Stadtrat, mit dem wir die Prüfung der Einrichtung einer sozialen Wohnraumvermittlung anstoßen wollten, die sich insbesondere den Bedürfnissen wohnungsloser- bzw. obdachloser Menschen widmet. Eine soziale Wohnraumvermittlung könnte bei der Wohnungssuche gezielt unterstützen, indem sie als Bindeglied zwischen Wohnungslosen und Vermieter*innen agiert und so den Weg aus der Obdachlosigkeit ebnet. Sie kann dazu beitragen, Leerstände zu nutzen, soziale Härten abzufedern und individuelle Unterstützungsangebote zu vermitteln.

Zur Ratssitzung im April haben wir zudem einen Antrag eingebracht, der sich mit der zunehmenden Zweckentfremdung von Wohnraum in Bielefeld befasst. Hintergrund sind steigender Leerstand, die Umwandlung von Wohnungen in Ferienunterkünfte sowie teure Kurzzeitvermietungen und weitere Zweckentfremdungen. Wir wollen Zweckentfremdung von Wohnraum in Bielefeld endlich beenden. 

Warum die Wohnungskrise eskaliert.
Die Ursachen sind bekannt und sie sind strukturell:

  •   Mangel an bezahlbarem Wohnraum
  • Rückgang von Sozialwohnungen
  • Steigende Mieten
  • Wachsende Armut, Miet- und Energieschulden
  • Psychische und körperliche Erkrankungen, die ohne angemessene Unterstützung bleiben
  • Überlastete soziale Dienste durch Mittelkürzungen

Die Bundesregierung verschärft die Lage mit massiven Angriffen auf das soziale Netz zusätzlich: 

  • Sanktionen im Bürgergeld, Einschränkung bei der Übernahme von Wohnkosten, drohende Streichung von Mietzahlungen bei verpassten Terminen - so wird Wohnungslosigkeit produziert, nicht verhindert!
  • Mieten haben sich in den letzten Jahren verdoppelt
  • Es fehlen mindestens 5 Millionen Sozialwohnungen im ganzen Land
  • Gebaut wird fast ausschließlich im Luxussegment
  • Fast 2 Millionen Wohnungen stehen leer - gekauft zur Spekulation
  • Die Mietpreisbremse greift kaum

Wohnen ist ein Menschenrecht - keine Ware!

In einem reichen Land wie Deutschland sollte eine gute Wohnung für alle selbstverständlich sein. Doch Wohnraum wird zur Spekulationsmasse, während Löhne stagnieren und soziale Sicherungssysteme geschwächt werden. Das ist politisch gewollt!

Deshalb braucht es einen Kurswechsel: massiven sozialen Wohnungsbau, einen bundesweiten Mietendeckel, Hilfen statt Sanktionen, mehr Ressourcen für Beratung und Jugendhilfe sowie die konsequente Nutzung leerstehender Wohnungen. Wohnungslosigkeit ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen und sie kann beendet werden, wenn der Wille dazu vorhanden ist.

Unser Arbeitskreis "Die Linke hilft!" hilft bei Problemen mit dem Vermieter, dem Jobcenter oder anderen Sozialbehörden. Unsere Genoss*innen beraten und gehen rechtlich gegen Mietwucher, wie z.B. bei der LEG, vor. Außerdem gibt es dort Tipps bei Fragen rund um‘s Wohnen, Betriebs- und Heizkostenabrechnungen werden überprüft.

Einfach anrufen, auf die Mailbox sprechen oder per WhatsApp melden!
Tel: 0157 55205551
dielinkehilft@dielinke-bielefeld.de

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