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Kita-Sozialindex: Auf die Analyse müssen Verbesserungen folgen!

Der neue Kita-Sozialindex in Nordrhein-Westfalen macht sichtbar, was Fachkräfte und Eltern seit Jahren erleben: Die Bedingungen in den Kitas unterscheiden sich erheblich. Einrichtungen in Stadtteilen mit hoher Armut und vielen Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf stehen vor deutlich größeren Herausforderungen als andere. Die Linke Ratsfraktion begrüßt, dass diese Unterschiede erstmals mit dem Kita-Sozialindex landesweit erfasst werden.

Der Sozialindex bewertet nicht die Qualität einer Kita, sondern die sozialen Bedingungen, unter denen sie arbeitet. Das schafft Transparenz und kann helfen, Fördermittel gezielter einzusetzen.

„Die Chancen eines Kindes dürfen nicht vom Einkommen der Eltern oder vom Wohnort abhängen. Wer gleiche Bildungschancen will, muss dort mehr investieren, wo die Herausforderungen größer sind", erklärt Die Linke.

Ein Problem besteht jedoch darin, dass auf die Analyse der Problemlagen bislang nur ein begrenztes Förderprogramm folgt. Landesweit wurden 1.343 Kitas als Einrichtungen mit hohem Unterstützungsbedarf eingestuft. Eine zusätzliche Förderung ist bislang jedoch nur für 150 sogenannte Chancen-Kitas vorgesehen.

Diese Einrichtungen sollen jährlich 60.000 Euro zusätzlich erhalten. Die Mittel sind insbesondere für den Ausbau der Kita-Sozialarbeit sowie für weitere Unterstützungsangebote für Familien vorgesehen.

“Kita-Sozialarbeit kann einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Familien unterstützt und Einrichtungen entlastet. Sie kann jedoch nicht den Mangel an pädagogischen Fachkräften ausgleichen, der für viele Kitas die zentrale Herausforderung bleibt. Deshalb müssen aus der Analyse auch Konsequenzen folgen. Dazu gehört insbesondere eine dauerhafte Investition in zusätzliches Personal. Ohne eine ausreichende Finanzierung bleibt der Sozialindex in seiner Wirkung begrenzt: Viele Einrichtungen brauchen deutlich mehr Unterstützung, als ihnen derzeit zur Verfügung steht.” - Liza Koç (Mitglied im Jugendhilfeausschuss)

Auch in Bielefeld sollen nach den aktuellen Planungen ab Mitte 2027 insgesamt 24 Kitas zusätzliche Mittel erhalten. Das begrüßt die Ratsfraktion ausdrücklich. Gleichzeitig zeigt diese Zahl, wie groß der Handlungsbedarf insgesamt ist. Entscheidend bleibt jedoch, welche Konsequenzen die Landesregierung aus den Ergebnissen zieht.

Zusätzliche Unterstützung für einzelne Kitas ist sinnvoll, reicht aber nicht aus, um die strukturellen Probleme der Kindertagesbetreuung zu lösen.

Kritisch sieht die Ratsfraktion außerdem die Debatte um sinkende Geburtenzahlen. Weniger Kinder dürfen nicht zum Vorwand werden, Angebote abzubauen. Freiwerdende Kapazitäten sollten vielmehr genutzt werden, um kleinere Gruppen zu ermöglichen und so mehr Zeit für jedes einzelne Kind zu schaffen. Das verbessert die Betreuungsqualität und entlastet die Beschäftigten.

„Der Sozialindex zeigt sehr genau, wo die Probleme liegen. Jetzt muss die Landesregierung zeigen, dass sie bereit ist, daraus Konsequenzen zu ziehen. Zusätzliche Unterstützung für einzelne Kitas ist richtig, ersetzt aber keine verlässliche Finanzierung der Kindertagesbetreuung. Wir brauchen mehr Fachkräfte, bessere Arbeitsbedingungen und kleinere Gruppen. Kinder brauchen gut ausgestattete Kitas mit ausreichend Personal.” - Dennis Möhlmeier (Mitglied im Schul- und Sportausschuss)

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